Amerika hat gewählt! Gedanken zum neuen Präsidenten Donald Trump von Andrea Bogner-Unden

16.11.2016 (ABU) Der Monat November und hier besonders der 9. Tag stehen für schicksalsträchtige Ereignisse in der deutschen und auch weltweiten Geschichte.

Der 9. November 1848 läutete einst den Anfang vom Ende der so genannten Märzrevolution in den Staaten des Deutschen Bundes ein. Im Mittelpunkt standen die nationale Frage und die soziale Frage, insbesondere die Forderung nach vollständiger Bauernbefreiung und sozialer Absicherung der freien Lohnarbeiter. „Ich sterbe für die Freiheit“, lauteten die letzten Worte des Abgeordneten Robert Blums.

Am 9. November 1918 wurde auch Berlin von der um sich greifenden Revolutionsbewegung erfasst. Wir sprechen von der so genannten Novemberrevolution. Reichskanzler Prinz Maximilian von Baden gab aus Sorge vor einem radikalen politischen Umsturz eigenmächtig die Abdankung des Kaisers bekannt. Die erste deutsche Republik wurde ausgerufen, die Hohenzollernherrschaft fand ein Ende. Aber die junge Republik hatte es schwer. Massenarbeitslosigkeit, Kriegsschäden und Reparationsforderungen aus dem Ersten Weltkrieg stellten die Weimarer Demokratie vor eine Zerreißprobe.

Europaweit erlangten antidemokratische Strömungen Aufwind und lieferten den Nährboden für den aufkommenden Nationalsozialismus.
9. November 1923: Gemeinsam mit General Erich Ludendorff und weiteren Anhängern marschierte Hitler als Parteiführer der NSDAP zur Feldherrnhalle in München – der Versuch eines gewaltsamen Putsches. Noch konnte er gestoppt werden. Die NSDAP wurde verboten, Hitler zu fünf Jahren Haft verurteilt.

9. November 1938 – Novemberpogrom. SA-Truppen und Angehörige der SS organisierten gewalttätige Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung.

Jeder kennt dieses Ereignis aus den Geschichtsbüchern, in welches es als Reichspogromnacht eingegangen ist. Sie steht für Ausgrenzung, Beschimpfung, Verfolgung und Vernichtung.

Nach 28 Jahren fällt am 9. November 1989 die Berliner Mauer. Unter dem Druck der tausendfachen Ausreise von DDR-Bürgern über Ungarn sowie der Montagsdemonstrationen in Leipzig und anderen ostdeutschen Städten zerfiel das SED-Regime in der DDR. Der Weg zur deutschen Wiedervereinigung war frei – ein Statement für Freiheit, Gleichheit, Toleranz und Vielfalt.

Am 9. November 2016 wählt Amerika einen neuen Präsidenten. Seine Wertevorstellungen, die an 1938 erinnern, helfen ihm, an die Regierung zu kommen. Reden voller Beschimpfungen, Ausgrenzung, Menschenhass dominieren seinen Wahlkampf. Auch ein Mauerbau kommt ins Spiel. Was erwartet uns?

Ich bin aufgeschreckt, geschockt und fürchte die Wiederholung der Geschichte. Ähnliche Entwicklungstendenzen wie vor allem 1938 sehe ich auch in Deutschland und Europa. Mich bewegt ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer: „Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ Leider haben diese Fehler und Irrtümer unendliches Leid über uns gebracht.

Aber ich bin ein Mensch, der immer hoffnungsvoll nach vorne schauen kann und der an seinem Gottvertrauen arbeitet. So hoffe und bete ich und werde mein Möglichstes dafür tun, dass sich solche Fehler nicht wiederholen. Für meine Kinder und Enkelkinder sowie alle Kinder und Enkelkinder dieser Welt!

Andrea Bogner-Unden MdL 16.11.2016

[Quelle der geschichtlichen Daten: Bundeszentrale für politische Bildung]

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