Andrea Bogner-Unden: „Nur ein gemeinsames, ganzheitliches Qualitätskonzept kann unsere Grundschulen wieder nach vorne bringen.“

13.10.2017: (PM/AS) Fraktionsvorsitzender Andreas Schwarz: „Heterogenität ist die zentrale Herausforderung“

Bei der IQB-Studie reiht sich Baden-Württemberg in einen deutschlandweiten Trend ein: In vielen Bereichen liegen die Grundschulen im Südwesten im Mittelfeld, bei der Orthographie sogar auf Platz fünf. „Die zentrale Herausforderung der Zukunft ist die zunehmend heterogen zusammengesetzte Schülerschaft. Zudem ist die immer noch signifikante Abhängigkeit des Bildungserfolges von der sozialen Herkunft ein Alarmsignal. Darauf müssen wir mit einem ,Qualitätskonzept Grundschule‘ Antworten finden“, erklärte Andreas Schwarz, Fraktionsvorsitzender der Fraktion Grüne im Landtag.

„Wir nehmen die Grundschulen ganzheitlich in den Blick. Wir wollen die Fachlichkeit in Ausbildung und Beruf weiter stärken, etwa mit einem berufsbegleitenden Master für ein drittes Fach und einem gezielten Fortbildungsmanagement“, so Schwarz weiter. Mit der Erhöhung der Studienzeit von sechs auf acht Semester und verpflichtenden Studieninhalten zu Fragen der Inklusion und Heterogenität an den Pädagogischen Hochschulen seien in der letzten Legislatur schon wichtige Weichen gestellt worden. „Darüber hinaus fordern wir 200 zusätzliche Ausbildungsplätze an dem pädagogischen Hochschulen, um mittelfristig mehr Grundschullehrer im Unterricht zur Verfügung zu haben“, betonte Schwarz.

„Wir brauchen jetzt insbesondere  eine Aufwertung der Schulleitungen als Experten für die Unterrichtsentwicklung. Wir müssen vergleichen, welche Schulen die Herausforderungen gut bewältigen und welche Probleme haben. Dafür ist ein systematisches Bildungsmonitoring notwendig, also eine datenbasierte, wissenschaftlich begleitete Analyse für die Einzelschule. Wir müssen an den Grundschulen  stärker mit multiprofessionellen Teams arbeiten. Die Lehrer müssen entlastet und unterstützt werden, etwa bei der systematischen Diagnostik und bei einer professionellen, bedarfsgerechte Sprachförderung“, forderte Schwarz. Deutlich werde auch, dass Baden-Württemberg im Vergleich zu erfolgreicheren Ländern im Bereich der Ganztagsschulen hinterher hinken. „Insofern ist der von Grün-Schwarz vorgesehene Ausbau der Ganztagesschulen im kommenden Doppelhaushalt der richtige Weg“, machte Schwarz deutlich.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld