MdL Bogner-Unden besucht Koordinierungsstelle für Tageseltern im Frauenbegegnungszentrum Sigmaringen

15.12.2017: (is) Vergangene Woche besuchte Andrea Bogner-Unden MdL die Koordinierungsstelle für Tageseltern im Frauenbegegnungszentrum Sigmaringen.

Nachdem das Angebot der Kindertagespflege im Landkreis Sigmaringen in den letzten Jahren stetig ausgebaut wurde, bereitet die Akquise von Tagespflegepersonen Probleme.

Vor Ort nahm die grüne Landtagsabgeordnete wertvolle Eindrücke und Argumente mit, um sich auf landespolitischer Ebene für gute Rahmenbedingungen der Kindertagespflege einsetzen zu können.

Nach dem Besuch vor Ort erklärt die grüne Landtagsabgeordnete:
„Die Bezahlung von Tagesmüttern ist viel zu niedrig. Die Tagesmütter machen für ihre Qualifizierung eine intensive Ausbildung, so beträgt allein die Grundqualifizierung 160 Unterrichtseinheiten. Danach benötigen Tagespflegepersonen Fortbildungsunterrichtseinheiten, damit die Pflegeerlaubnis nach fünf Jahren um weitere fünf Jahre verlängert werden kann.

Dabei arbeiten Tagesmütter „selbstständig“, d.h. sie müssen aus der Tätigkeit Steuern bezahlen und sind für Ihre Sozialversicherung selbst zuständig. Zudem können Tagesmütter im Landkreis Sigmaringen nur die Stunden abrechnen, in denen die Kinder auch tatsächlich betreut werden. Wenn Eltern ihre Kinder nicht bringen, obwohl das vereinbart war, haben Tagespflegepersonen keinen Anspruch auf Geldleistung.

Die Tagesmütter arbeiten sehr gut vernetzt und unterstützen auch Kitas oder Kifaz in den Randstunden. Ihre hohe Flexibilität wird gebraucht und zeichnet sie aus.

Leider werden Tagesmütter oft als „Lückenbüßer“ angesehen und auch eingesetzt. Bei Kindern über drei Jahren geht es in der Regel um Randzeiten, da diese Kinder normalerweise im Kindergarten und in der Schule sind. Sind die Betreuungszeiten dort sehr kurz (d.h. vor dem Kindergarten, während der Mittagsschließzeit und/oder kurze Anschlussbetreuung nachmittags) ist das unbefriedigend für die Tagespflegeperson. Hier fehlt neben der Zeit für pädagogisch sinnvolle Arbeit am Kind fehlen auch Wertschätzung und Anerkennung.

Diese Aufträge belegen einen Platz für die Tagespflegeperson, schlagen aber finanziell nicht zu Buche. Eine Erstattung der Fahrkosten muss zudem mit den Eltern geregelt werden, wenn Kinder z. B. im Kindergarten abgeholt werden müssen. Tageseltern haben also wenig finanzielle Sicherheit für pädagogisch wertvolle Arbeit bei oft unattraktiven Arbeitszeiten.

Herzlichen Dank an die beiden Tagesmütter Susanne Blechner und Jeannine Stieffenhofer-Oberkofler, die mir aus ihrem Alltag als Tagesmutter berichteten und den freundlichen Mitarbeiterinnen der Koordinierungsstelle Sigmaringen rund um Bettina Müller-Krimm, Beate Keller, Marlies Hanschke und Katharina Jakob.“

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.