Andrea Bogner-Unden sucht das Gespräch mit Ehrenamtlichen der Flüchtlingsarbeit in Sigmaringen

09.03.2018: (ABU) Am Montag trafen sich die ehrenamtlichen Helfer des DRK und der Caritas im Begegnungscafé der Landeserstaufnahme mit Frau Bogner-Unden, Landtagsabgeordnete der Grünen zum Gespräch über Ihre Arbeit in der Flüchtlingshilfe.

Frau Bogner-Unden gratulierte nochmal zum hervorragenden 12 Platz beim Deutschen Ehrenamtspreis.  Sie betonte: „Ihr bürgerliches Engagement ist ein Gewinn für die ganze Gesellschaft und die lebendige Grundlage unserer Demokratie. Wir brauchen Sie, wenn Integration von Menschen in unsere Gemeinschaft gelingen soll und wir brauchen Sie auch für den Erhalt und die Weitergabe unserer kulturellen Werte. Ich weiß nicht, wie unsere Gesellschaft aussehen würde, wenn es Ihren ehrenamtlichen Einsatz nicht gäbe. Herzlichen Dank dafür.“

Sie selbst ist auch aktiv und unterstützt und berät mehrere Flüchtlinge. Gerne lässt Sie sich als Gutmensch betiteln und findet „Ich denke, dass es wichtig ist, bei jeder Gelegenheit zu betonen, dass es sich bei den Flüchtlingen um Menschen handelt, die sehr viel durchgemacht haben, die unsere Unterstützung und unsere Aufmerksamkeit brauchen.“

Nach der Begrüßung gab Frau Bogner-Unden den Anwesenden einen Überblick zu ihrer politischen Arbeit. Das grüne Sozialministerium hat 1000 Stellen für Integrationsmanager ins Leben gerufen.  Für den Kreis Sigmaringen stehen davon 4,9 Stellen zur Verfügung. Selbstverständlich wurde auch das Thema Bahnhof und die daraus entstehenden Probleme angesprochen. Sie ist im Kontakt mit Vizepolizeipräsident Sigg und Staatssekretär Jäger um über die Sicherheitslage in Sigmaringen zu sprechen. Wichtig hierbei ist Frau Bogner-Unden, dass die Gruppe der Störer unter den Flüchtlingen nur klein ist, aber natürlich großen Wirbel macht.

Die anwesenden ehrenamtlichen Helfer finden es sehr schade, dass die durch einzelne Personen verursachten Unruhen alle Flüchtlinge in der Öffentlichkeit in ein schlechtes Licht rücken. Die Flüchtlinge selber sind darüber auch sehr betroffen und traurig.

Bei der anschließenden Diskussion und Fragerunde konnten die ehrenamtlichen Helfer Ihre Anliegen und Fragen an Frau Bogner-Unden richten. Ein großes Thema war hierbei die Arbeitsplatzsuche für die Flüchtlinge. Gesucht werden in Deutschland Auszubildende und Fachkräfte für das Handwerk und die Industrie. Festzustellen ist, dass Betriebe durchaus bereit sind Flüchtlinge einzustellen oder auszubilden. Oft scheitert es an der Anerkennung von Zeugnissen oder ganz banal daran, dass es nicht möglich ist, mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Betriebe zu erreichen.

Die Akademie für Gesundheit und Soziales in Laiz bietet eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer gekoppelt mit einem Deutschkurs an. Dieses Modell wäre für weitere Ausbildungsberufe wünschenswert und könnte z.B. im Ausbildungszentrum Bau auch eingeführt werden.

Von Seiten der Ehrenamtlichen aus der Landeserstaufnahme wurde bemängelt, dass die Flüchtlinge während ihres oft langen Aufenthalts zum Nichtstun verdonnert sind. Der Wunsch wäre den Menschen eine Struktur für den Alltag bieten zu können und sie gleichzeitig auf das Leben in Deutschland vorzubereiten.

In einem waren sich alle einig – kein Mensch verlässt seine Heimat ohne Grund! Deshalb ist unmenschlich die Menschen nach Italien zurückzuschicken – ohne Wohnung, ohne Essen. Sie werden so zur Illegalität gezwungen.

Das Fazit des Abends war, dass die positiven Erfahrungen und der Kontakt mit Flüchtlingen eine große Bereicherung für jeden Einzelnen sind und alle gerne weiter Ihre Freizeit investieren um ein Stück Integration zu ermöglichen.

 

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