Visible Light Communication – Besuch des Hegel-Gymnasiums in Stuttgart

08.05.2018: (ABU) Kürzlich besuchte ich das Hegel-Gymnasium in Stuttgart. Zusammen mit MdB Dr. Anna Christmann (GRÜNE) und MdL Thomas Marwein (GRÜNE) konnte ich mich dort umfassend über den Einsatz von Visible Light Communication (VLC) als Alternative zur herkömmlichen Übertragung im WLAN per Funkstrahlung informieren.

Das Gymnasium ist die europaweit erste Schule, die in Kooperation mit dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut in Berlin, den Einsatz von VLC im Klassenzimmer testet. Herr Götz Kemner, Abteilungsleiter für Naturwissenschaft und Digitalisierung am Hegel-Gymnasium, stellte das Forschungsprojekt vor, das auf zwei Jahre angelegt ist und von der Stadt Stuttgart finanziert wird.

Bei der VLC-Technik werden Daten mittels Licht aus dem sichtbaren Frequenzbereich übertragen. Das Übertragungsprinzip ist denkbar einfach: Mit Hilfe eines Modulators wird eine Hochleistungs-LED sehr schnell ein- und ausgeschaltet. Diese Lichtimpulse werden am Empfängergerät aufgefangen und als Nullen und Einsen in elektrische Impulse umgewandelt. Das menschliche Auge kann dabei kein Flackern des Lichts wahrnehmen. Mit der VLC-Technik sind Datenraten bis 3 Gigabit pro Sekunde möglich.

Da Licht aus dem sichtbaren Bereich als völlig ungefährlich gilt, kann VLC nahezu überall eingesetzt werden. Dies ist ein Vorteil gegenüber herkömmlichen Datenübertragungstechnologien im WLAN mit Hilfe von Funkstrahlung, deren medizinische Unbedenklichkeit noch immer umstritten ist. Gerade im schulischen Bereich, wo eine besondere Sorgfaltspflicht gegenüber den Schülerinnen und Schülern besteht, kann daher VLC eine Alternative darstellen. So birgt diese Technologie viele Potentiale für eine sichere und strahlungsarme Vernetzung.

Ich finde es klasse, dass neue Innovationen vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut in Baden-Württemberg getestet werden. Spannend ist dies nicht zuletzt auch für die Schülerinnen und Schüler, denen die Möglichkeit gegeben wird, Wissenschaft und Innovationsforschung live im eigenen Klassenzimmer zu erleben und so Teil dieses Entwicklungsprozesses zu sein. Toll, dass engagierte Lehrer wie Herr Kemner dies möglich machen.

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