Andrea Bogner-Unden MdL informiert sich in Bad Saulgau über die Situation des Sozialen Dienstes Caritas. Foto: Ina Schultz

Caritas Bad Saulgau – Mutmacher in Zeiten der Pandemie

In der vergangenen Woche traf sich die grüne Landtagsabgeordnete mit den Verantwortlichen der Caritas in Bad Saulgau, um sich einen Eindruck von deren Arbeit in den letzten Monaten zu verschaffen. Gemeinsam mit der Regionalleitung Peter Grundler und Andrea Hehnle, Leitung Integrierte Hilfen für Familien und Leitung des Caritaszentrums Bad Saulgau beleuchteten sie die Arbeit der sozialen Einrichtung unter den Pandemie Bedingungen.

Die Caritas sicherte in den letzten Monaten trotz aller Restriktionen weiterhin eine persönliche Beratung. „Ich finde es sehr beeindruckend, dass so schnell neue Lösungen, wie Beratungen während eines Spaziergangs möglich wurden“, sagt die Grüne Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden. Peter Grundler betonte, dass diese Art der Beratung sogar sehr gut angenommen wurde und ein Austausch im Gehen deutlich leichter von statten gehe. Diese „Beratung to go“ möchte die Caritas weiter aufrechterhalten.

Gruppenangebote können aktuell aufgrund der Pandemie Situation nur in größeren Räumlichkeiten stattfinden. „Das ist und bleibt derzeit eine Herausforderung,“ so Grundler. Dass die soziale Not innerhalb der Pandemie Zeit größer wurde, ist offenkundig. Gerade die unteren Einkommensgruppen geraten schnell unter Druck. Die Caritas verteilte zum Beispiel innerhalb der Zeit als die Tafeln geschlossen hatten, viele Lebensmittelgutscheine. Bogner-Unden ist der Ansicht, dass die soziale Komponente in dem Konjunkturpaket des Bundes fehlt. Denn es gebe auch viele arme Menschen, die entweder Kinder sind, oder keine Kinder haben, und die in diesem Konjunkturpaket nicht bedacht worden, wenn gleich es einen Familienzuschlag pro Kind von einmalig 300 Euro geben wird. Diese Leistung wird zwar versteuert, muss aber nicht auf die Grundsicherung angerechnet werden. Bogner-Unden hätte sich mehr Nachhaltigkeit und eine sozialere Ausrichtung des Konjunkturpaketes gewünscht. Sie sieht die Mehrwertsteuersenkung kritisch im Hinblick, dass diese nicht an die Verbraucherinnen und Verbraucher durchgereicht werden könnte. Andrea Bogner-Unden ergänzt in dem Zusammenhang, dass von Landesseite innerhalb der Koalition sehr großen Wert daraufgelegt wird, dass finanzielle Hilfen von Bund und Land gut aufeinander abgestimmt werden.

Andrea Hehnle machte im Laufe des Gesprächs auf die Not der Familien aufmerksam. Es gebe viele Elternteile, die zum Beispiel durch Kurzarbeit weniger verdienen oder aufgrund von Corona für ihre Kinder zu Hause bleiben, um das Homeschooling sicherzustellen. Die Caritas versucht gerade mit diesen Familien in Kontakt zu bleiben. Häufig seien sie diejenigen, die von staatlichen Hilfen leider nicht mehr profitieren, aber trotzdem hilfsbedürftig sind. Peter Grundler hofft, dass diese gesellschaftliche Schieflage korrigiert wird und nicht nur systemrelevante Berufe in den Blick genommen werden dürften. Zwar gab es mit Hilfe durch die Bruder-Konrad-Stiftung „Hilfe für Kinder in Not“ gemeinsam mit der Caritas Hilfen zur Lernbegleitung, jedoch fiel Grundler auf, dass innerhalb der Schularten ein starkes Gefälle offenkundig wurde. Aus diesem Grunde hofft Peter Grundler auf deutlich mehr Kooperationen der sozialen Einrichtungen mit den Schulen, damit bildungsfernen Familien nicht auf der Strecke bleiben. Die Bildungsbiografien von vielen Kindern würde derzeit langfristig leiden. Für Bogner-Unden ist klar: „Es muss Entlastung für die Familien geben, Schule muss weiterhin Freude machen und ausgewogen sein und auch die Nebenfächer wieder eine größere Rolle spielen.“ Hier hofft die Abgeordnete auf ein klares Konzept aus dem Stuttgarter Kultusministerium und auf Normalität in absehbarer Zeit.

Die Situation im Pflegeheimen wurde ebenfalls angesprochen. Hier sehen die Verantwortlichen der Caritas große Herausforderungen, die Folgen der Isolation in den Heimen aufzufangen. Die restriktive Praxis eines möglichen Besuchs in den Pflegeeinrichtungen war für die Bewohnerinnen und Angehörigen sehr hart. Bogner-Unden wie auch Grundler hoffen hier auf deutlich mehr Menschlichkeit und etwas großzügiger Behandlung in ethischen Fragen mit dem Ziel offener Pflegeeinrichtungen. Hier könnten laut Bogner-Unden die Gesundheitsämter Klarheit schaffen und damit den Trägern wieder Mut machen. „Neben den Gesundheitsämtern, die ermutigend agieren können wäre auch seitens des Landes ein deutliches Signal gut“, so Grundler abschließend.

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