Agrophotovoltaik-Anlagen (APV) – eine Alternative für die heimische Landwirtschaft?

Grüne Landtagsabgeordnete informieren sich über Forschungsprojekt in Heggelbach

Heggelbach – Bei schönstem Wetter besuchte ich mit diversen Gästen die Hofgemeinschaft Heggelbach in der Gemeinde Herdwangen-Schönach. Meine Fraktionskollegen Martina Braun aus dem Wahlkreis Villingen-Schwenningen und Hans-Peter Behrens aus dem Wahlkreis Baden-Baden – beide im Ausschuss für Ländlichen Raum des Landtages – wollten sich über die Agrophotovoltaik-Anlage dort informieren. Hans-Peter Behrens, der auch der Sprecher für erneuerbare Energien meiner Fraktion ist, erklärte, dass Ende September eine Anhörung im Landtag stattfindet, wo sich die Abgeordneten über diese Art der Energiegewinnung informieren können.

In meiner Fraktion besteht großes Interesse, dieses Forschungsprojekt, das von der Universität Hohenheim wissenschaftlich begleitet wurde, näher zu betrachten. Bei dieser Anlage haben die Landwirte die Möglichkeit, die Fläche nicht nur zur Energiegewinnung zu nutzen. Zusätzlich kann unter der Anlage auch eine landwirtschaftliche Nutzung erfolgen. Ich finde, das ist eine sehr spannende Alternative, die auch bei Landwirten in der Region als Ergänzung für ihre Betriebe möglich wäre.

Der Herdwanger Bürgermeister Ralph Gerster erläuterte ausführlich, welche Hürden für die Genehmigung der Anlage zu bewältigen waren und zeigte Aspekte auf, die bei einer etwaigen Förderung durch das Land berücksichtigt werden sollten. Martina Braun, in der Fraktion GRÜNE Sprecherin für den Ländlichen Raum, betonte, dass eine Förderung so gestaltet werden müsse, dass die landwirtschaftlichen Betriebe die Anlagen selbst finanzieren und dadurch ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften können.

Maria Heubuch, Kandidatin der Grünen für den Bodenseekreis zur Bundestagswahl 2021 und ehemalige Europaabgeordnete, bekräftigte im Hinblick auf die Entwicklung bei den Biogasanlagen, dass es den Grünen immer wichtig war, für die Landwirte ein vielfältiges Portfolio an erneuerbaren Energien als Zusatzeinkommen zu ermöglichen. „Die Auflagen wachsen mit der Größe der Anlagen“, fasste sie zusammen und warb damit für kleine und vielfältige Energieanlagen in Bauernhand.

Johannes Kretschmann, Fraktionsvorsitzender der grünen Fraktion im Kreistag Sigmaringen und unser Kandidat für die Bundestagswahl 2021 für den Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen, erkundigte sich nach der Leistung der Anlage. Die kann sich sehen lassen: grob gesagt können 62 Vier-Personen-Haushalte mit der Anlage versorgt werden, bescheinigte Oliva Schmid von der Hofgemeinschaft, die uns kompetent das Projekt erklärte.

Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs war die Direktvermarktung der hofeigenen Produkte der Hofgemeinschaft. Dazu habe ich den Fachbereichsleiter für die Landwirtschaft, Herrn Gommeringer, sowie Vertreter des Vereins „So schmeckt Sigmaringen“ zum Austausch eingeladen. Olivia Schmid berichtete von etablierten Strukturen mit Handelspartnern, die z. T. schon vor über 20 Jahren aufgebaut wurden.

Bei dem anschließenden Käsevesper im Garten des Hofes, mit dem köstlichen Käse aus der hofeigenen Käserei, nutzten die Landwirte des Vereins die Gelegenheit, uns Abgeordneten ihre Gedanken zum wichtigen Thema „regionale Produkte“ und Direktvermarktung weiterzugeben. Ich danke allen für den informativen und fruchtbaren Austausch und freue mich auf weitere Gespräche mit den Landwirten!

Andrea Bogner-Unden

Rückblick in Bildern (Fotos: Susanne Petermann-Mayer)

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