Gartengespräch in Sigmaringen-Laiz am vergangenen Samstag.

Gartengespräch zum Thema Pflege

Im idyllischen Garten von Petra Knaus in Laiz stand vergangenen Samstag bei einem weiteren Gartengespräch die Pflege, insbesondere die pflegenden Angehörigen, im Fokus. Die Gäste berichteten von ihren Erfahrungen und Herausforderungen während der Corona-Pandemie. Petra Knaus, die ehrenamtliche Behindertenbeauftragte des Landkreises Sigmaringen, gab eine oft gehörte Enttäuschung weiter: „Die Politik hat uns wohl vergessen!“

Von einem Tag auf den anderen, mussten die pflegenden Angehörigen ihre Pflegepersonen selbst versorgen und konnten nicht mehr auf das Know-how und die Betreuung in den Einrichtungen zurückgreifen. Auch Rehabilitationsangebote standen nicht mehr zur Verfügung, wie z. B. Krankengymnastik. Diese Aufgabe musste nun auch von den Angehörigen übernommen werden. Glück hatte derjenige, der auf die Unterstützung seiner Familie zählen konnte. Besonders betroffen waren allerdings Vollzeitbeschäftigte und Alleinerziehende. Auch die Familien von jüngeren Pflegepersonen standen vor neuen Herausforderungen. So waren die Förderschulen geschlossen und stellten die Eltern vor große Probleme, weil z. B. autistische Kinder mit der ungewohnten Situation zuhause mit Homeschooling der Geschwister und der Arbeit der Eltern im Homeoffice oft nicht gut zurechtkamen.

Bundesweit werden Dreiviertel der Pflegenden zuhause betreut und davon 60 % ausschließlich durch Angehörige. D. h. für mich, dass wir noch viel mehr Mittel und Unterstützung, bzw. Begleitung zu den pflegenden Angehörigen bringen müssen. Diese Aufgabe kann der Staat nicht komplett leisten! Dies wurde auch von den Gästen so gesehen. Die Menschen würden sehr gerne so lange wie möglich im häuslichen Umfeld wohnen bleiben, war die Aussage. Diese Möglichkeit müssen wir durch sinnvolle und flexible Unterstützungsangebote begleiten und das Gelingen auch nach außen tragen. Pflegende Angehörige dürfen sich nicht allein gelassen fühlen.

Das Land hat das „Innovationsprogramm Pflege“ installiert und nun erneut weitere Mittel in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Der Schwerpunkt für diese Förderrunde liegt auf der Lebenssituation von pflegenden Angehörigen, nahestehender Pflegepersonen sowie deren unterstützendem Umfeld. Im „Innovationsprogramm Pflege“ fördert das Land B.-W. insgesamt 12 wegweisende Projekte. Weiter Infos zum Innovationsprogramm:

Link: https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/gesundheit-pflege/pflege/wohnen-im-alter/innovationsprogramm-pflege/

Presseartikel der Schwäbischen Zeitung zum Gartengespräch

Andrea Bogner-Unden

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

Verwandte Artikel