Baden-Württemberg fördert Initiativen zum Austausch mit Frankreich

/ November 27, 2020

Städtepartnerschaften haben in Deutschland eine lange Tradition. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es das erklärte Ziel der deutschen Regierung, sich mit anderen Ländern, insbesondere Europas, wieder zu versöhnen, Freundschaften zu schließen und so die Basis für einen dauerhaften Frieden zu schaffen. Durch den Austausch mit anderen Kulturen und durch das gegenseitige Kennenlernen werden Toleranz und Empathie gefördert, das Verständnis für andere Kulturen und Sichtweisen erweitert und so Ressentiments gegenüber uns Fremden und Unbekanntem abgebaut. Städte- und Gemeindepartnerschaften leisten dabei gerade auf kommunaler Ebene einen wertvollen Beitrag, Frieden zu schaffen und diesen dauerhaft zu wahren.

Aufgrund der unmittelbaren Nähe nimmt Frankreich eine ganz besondere Rolle ein. Mehr als 2.100 deutsche Kommunen pflegen Austauschprogramme mit französischen Städten und Gemeinden. Die deutsch-französische Freundschaft ist dabei nicht nur die Beziehung zweier benachbarter Staaten, sondern zugleich und vor allem das Herzstück der Europäischen Union und der europäischen Einigung.

Auch in Baden-Württemberg wird diese deutsch-französische Zusammenarbeit großgeschrieben. Mit einem Mikroprojektefonds möchte das Land nun den Austausch mit Frankreich fördern. Bis 2021 wird die grün-geführte Landesregierung dabei 300.000 Euro für die Förderung kleinerer Projekte bereitstellen. Wie das Staatsministerium am Donnerstag mitteilte, sind bereits Zuschüsse ab 500 Euro möglich. Es werden unter anderem Projekte im Rahmen von Städtepartnerschaften, aber auch aus den Bereichen Sprache, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, Umwelt und Energie, Sicherheit und Berufliche Bildung gefördert.

Ich freue mich sehr, dass die Bedeutung der baden- württembergisch-französischen Zusammenarbeit auf diese Art und Weise gewürdigt wird. Angesichts der anhaltenden Gebote zu Kontaktvermeidung und Reiseminimierung kommt die Förderung im richtigen Moment. Mein Kollege und europapolitischer Sprecher der Fraktion Grüne Josha Frey bringt es auf den Punkt: „Die Finanzspritze ist ein wichtiges Signal für viele kleine grenzüberschreitende Aktivitäten, die durch Corona zum Erliegen gekommen sind. So wird der Zusammenhalt der deutsch-französischen Freundschaft auch über die Krise hinweg gestärkt.“

Gerade in der Corona-Pandemie ist es wichtig, weiterhin den Austausch zu suchen, mit Menschen anderer Kulturen in Kontakt zu kommen und den aktuellen Tendenzen zu Abschottung und Uneinigkeit entgegenzuwirken. Glücklicherweise leben wir in einer Zeit, in der hierfür direkte Begegnungen nicht erforderlich sind, sondern wir auf ein breites Repertoire an digitalen Kommunikationsformaten zurückgreifen können – Formate, die auch von dem neuen Mikrofonds gefördert werden.

Besonders freue ich mich, dass sich auch meine Heimatgemeinde Wald vorgenommen hat, eine Gemeindepartnerschaft ins Leben zu rufen. Im September durfte ich der Gründungsversammlung des neuen Gemeindepartnerschaftsvereins beiwohnen. Dieser wird sich unter anderem mit der Förderung und Verwirklichung einer Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Saint-Brice-Courcelles befassen. Ein Besuch einer Delegation aus Frankreich in Wald fand bereits im Juli 2019 statt. Der Gegenbesuch konnte aufgrund der Corona-Pandemie bisher nicht realisiert werden. Ich freue mich und hoffe, dass die nun verkündete Förderung dies vorantreiben wird.

Andrea Bogner-Unden

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