Eine hohe Frequenz von Bahnhöfen ist wichtig für eine attraktive Mobilität im Ländlichen Raum

/ Dezember 17, 2020

Für eine nachhaltige und zukunftsfähige Mobilität im Ländlichen Raum stellt der Schienenpersonennahverkehr eine wichtige Komponente dar. Damit sich dieser für die Bürgerinnen und Bürger als attraktive Alternative zum PKW anbietet, müssen die richtigen Parameter gegeben sein. Dies schließt unter anderem eine hohe Frequenz an Bahnhaltepunkten entlang befahrener Zugstrecken ein.

In den vergangenen Jahren habe ich mich in diesem Bereich besonders für eine Stärkung des Schienenverkehrs auf der Donautalbahn sowie der Zollernalbbahn eingesetzt. Es ist mir ein großes Anliegen, dass diese in ihrer Leistungsfähigkeit und Angebotsqualität weiter gestärkt werden. Ein gut funktionierender Schienenverkehr ist unabdingbar, um die Menschen langfristig für den ÖPNV zu begeistern und dessen Potenziale besonders für Schüler*innen und Pendler*innen auf den Strecken zwischen dem Donautal, Sigmaringen und Tuttlingen wirken zu lassen.

Das Donautal stellt darüber hinaus ein Herzstück unseres regionalen wie überregionalen Tourismus dar. Beim Ausbau und der nachhaltigen Stärkung des Schienenverkehrs auf der Donautalbahn sowie der Zollernalbbahn muss daher vor allem auch der touristische Schienenverkehr mitgedacht werden. Auch für den touristischen Verkehr spielt eine hohe Frequenz von Bahnhaltepunkten eine entscheidende Rolle. Die Einrichtung weiterer Kreuzungs- und Haltemöglichkeiten ist aus diesem Grund eine maßgebende Zielvorgabe. Konkret geht es mir dabei um einen Wanderhalt am Bahnhof in Inzigkofen, der zunächst vom Naturpark-Express angefahren werden könnte.

Um dieses Vorhaben voranzutreiben hatte ich Mitte des Jahres zu einem fachlichen Austausch im Donautal eingeladen, im Rahmen dessen ich mit Vertretern der Deutschen Bahn, den Bürgermeistern der anliegenden Ortschaften Inzigkofen und Beuron sowie Vertretern des Landkreises Sigmaringen über eine Wiederinbetriebnahme des Haltepunktes Inzigkofen gesprochen habe.

Im Anschluss an dieses Gespräch habe ich mich mit einem Schreiben an das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg gewandt, in welchem ich um eine Darlegung der Voraussetzungen für die Einrichtung eines (Bedarf-) Haltepunktes in Inzigkofen gebeten habe. In seinem Antwortschreiben macht das Verkehrsministerium klar, dass es unsere Sichtweise, beim Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs auch den touristischen Schienenverkehr mitzudenken, und somit die Einrichtung zusätzlicher Halte bei touristisch geprägten Zugangeboten begrüßt. Gleichzeitig weist das Ministerium darauf hin, dass die Entscheidung, ob und inwieweit früher bediente und heute aufgelassene Bahnhaltepunkte wieder in Betrieb genommen werden, nicht beim Land, sondern bei den Eisenbahninfrastrukturunternehmen liegt. Die letzten Jahre haben dabei leider gezeigt, dass die Unternehmen einfache und kostengünstige Lösungen für die Wiederinbetriebnahme von Haltepunkten immer seltener unterstützt und umgesetzt haben.

Dies stellt nicht die Antwort dar, die wir gerne erhalten hätten. Nichtsdestotrotz bewerte ich es als sehr begrüßenswert, dass das Verkehrsministerium Pläne zur Einrichtung von Bahnhaltepunkten grundsätzlich unterstützt. Noch ist die Möglichkeit eines (Bedarf-) Haltepunktes in Inzigkofen nicht vom Tisch. Aktuell stehe ich im Austausch mit der Deutschen Bahn, um zu klären, welche Möglichkeiten für einen Wanderhalt in Inzigkofen zeitnah umgesetzt werden könnten und was wir unternehmen können, um einer Realisierung näher zu kommen.

Sie sehen: Ich werde mich weiterhin bemühen, dieses Thema voranzutreiben. An anderer Front konnten wir bereits viel erreichen, wie etwa bei meinem Herzensprojekt der Reaktivierung der Ablachtalbahn. Hier hatten zuletzt die Gemeinden Meßkirch und Sauldorf den Erwerb der Bahnstrecke beschlossen. Auch aus dem Kreistag kommen positive Signale bezüglich der finanziellen Bezuschussung der Reaktivierung. Darüber hinaus gibt es weitere Bahnprojekte, für die ich mich stark mache. So setze ich mich auch für eine Wiederinbetriebnahme des Haltepunktes in Scheer ein und möchte die Barrierefreiheit, die Elektrifizierung und den Stundentakt auf der Zollernalbbahn weiter vorantreiben. Dies sind alles wichtige Themen, denen ich mich gerne ich einer weiteren Legislatur widmen und stark machen möchte.

Andrea Bogner-Unden

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