Impfstrategie und Antworten zu Fragen aus der Bevölkerung

/ Januar 19, 2021

Baden-Württemberg hält strikt am Kurs fest, die zweite Impfdosis, die nach ca. drei Wochen verabreicht werden muss, vorrätig zu halten! Dadurch steht zwar aktuell nur die Hälfte an Impfstoff zur Verfügung, dafür kann man ab jetzt, wenn die zweiten Dosen verimpft werden, auch neue Impflinge aufnehmen. Leider gibt es aktuell einfach noch zu wenig Impfstoff, baden-württembergweit, deutschlandweit, europaweit und weltweit!

Ja, manche Bundesländer gehen hier andere Wege: Dort wird kein Impfstoff vorgehalten, sondern der vorhandene Impfstoffe wird verimpft – in der Hoffnung, die nächste Lieferung werde schon rechtzeitig kommen. Das klingt verlockend. Aber die Risiken sind unklar. Die Ständige Impfkommission warnt, die zweite Impfung hinauszuzögern – es gibt zu viele Unbekannte. Diese Risiken will unser Gesundheitsminister nicht eingehen. Da ist uns die Strategie “Langsam und sicher” lieber als “Schnell, schnell – für die Statistik”. Wir müssen unbedingt die zweite Lieferung vorhalten. Keiner soll seinen Schutz vor Corona riskieren, weil der zweite Impftermin ausfällt.

Wie riskant die Strategie ist, schnell allen Impfstoff zu verimpfen, sehen wir jetzt: Aufgrund der Umbauten in einem belgischen Pfizer-Werk kommt es zu Lieferverzögerungen beim Biontech/Pfizer-Impfstoff, die Liefermengen werden vorübergehend reduziert. Durch diese Nachricht sehen wir uns in der Entscheidung klar bestätigt, dass jeder, der einen Termin vereinbart hat, auch wirklich die notwendige Erst- UND Zweitimpfung erhält.

Den Baden-Württemberg-Weg unterstützen auch die Landkreise. Der Landkreistag BW schreibt: „(…) Nur gut, dass das Land ausreichend Impfstoff für die Zweitimpfung zurückgehalten hat. Wir haben als Landkreistag das Land von Beginn an in seiner bekanntlich nicht unumstrittenen, konservativen und wenig spektakulären Strategie ausdrücklich unterstützt. Die aktuellen Ereignisse haben uns – leider muss man sagen – Recht gegeben.“

Klar ist aber auch: Je mehr Impfstoff zur Verfügung steht, desto mehr Impftermine können vergeben werden. Gesundheitsminister Manne Lucha ist optimistisch, dass mit den neuen Zulassungen etwa von Moderna und Astrazeneca Entspannung eintritt.

Abschließend können wir Ihnen mitteilen, dass zum Start der Kreisimpfzentren das Sozialministerium am 29. Januar noch einmal die gesamte Bevölkerung im Land mit einem Brief anschreibt, um sie über die Anmeldung und den Ablauf zu informieren, sowie um die Bürgerinnen und Bürger um Geduld zu bitten.“

Andrea Bogner-Unden

Fragen der Bevölkerung an mich und Antworten

Presseinformation vom 19. Januar 2020:

In den letzten Tagen hat sich die GRÜNE Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden sehr intensiv mit Fragestellungen zum Thema Corona-Impfung befasst. Die Ergebnisse wollen wir Ihnen nun zugänglich machen.

Eine sehr wichtige und positive Nachricht ist, dass es nun auf dringliche Nachfragen gelungen ist, dass die Bürgerinnen und Bürgern einen Anspruch auf Fahrkostenübernahme durch die Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 haben. Weitere Informationen dazu finden Sie im beigefügtem Rundschreiben des Landtagstags.

Darüber hinaus haben wir Fragen aus der Bürgerschaft an das Sozialministerium gestellt. Die Antworten haben wir wie folgt zusammengefasst:

Ist es richtig, dass sich generell nur eine Person über eine Mailadresse für die Impfung anmelden kann und es somit nicht möglich ist, dass eine Person z.B. im Rahmen des VDK, Netzwerk50 oder der Nachbarschaftshilfe für eine Anmeldung für mehrere weitere Personen mit der gleichen Mailadresse vornimmt? Alternativ die Frage, ob es eine Anmelde-Möglichkeit v.a. für ältere Menschen gibt, sich ohne komplizierte Telefon-Warteschleife auf anderem Wege für eine Impfung anzumelden?   

Nach aktuellem Stand, kann sich nur eine Person pro Mailadresse anmelden, jedoch wird derzeit die Anmelde-Logistik vom Bund genutzt. Hier ist Baden-Württemberg gerade dabei Lösungen mit dem Bund zu verhandeln, z.B. dass sich zukünftig per Telefon mehrere Personen angemeldet werden können (über die Hotline). Hier sind Besserungen in Aussicht. 

Gibt es die Möglichkeit, dass die älteren oder nicht so mobilen Mitbürger*innen gesammelt an einem Ort außerhalb des Impfzentrums, z.B. in einem Altenhilfeverein geimpft werden oder ist geplant, dass die mobilen Impfteams auch ältere Menschen, die ambulant gepflegt werden, aufsuchen?

Derzeit noch sehr wenig Impfstoff, dass nur Prio 1 Menschen geimpft werden können. Die Impfstofflagerung/ und -transport sind derzeit noch sehr kompliziert. Dies wird sich mit nächsten Impfstoffen ändern. Derzeit können nur große Mengen Impfstoff an einen Ort gebracht werden und nach Öffnung auch nicht weiter transportiert werden. Aber: ab 18. Januar gibt es Kreisimpfzentren, dann sind Wege nicht mehr so lange und Möglichkeiten der Impfung vielfältiger und Anreise für ältere Menschen nicht mehr so kompliziert.

Gibt es trotz Infektionsschutz-VO die Möglichkeit, dass ein gemeinsamer Transport von mehreren Personen zum Impfzentrum durchgeführt wird? Momentan darf ja pro Fahrt nur eine Person transportiert werden, was relativ aufwendig ist.

Nein, es wird strikt davon abgeraten, dass eine Person mehr als eine weitere Person transportiert. Sammeltransporte machen also keinen Sinn, wenn sich dann die Impflinge beim Transport zum Impfzentrum anstecken.

Stimmt es, dass Menschen mit Behinderung, die eine Impfung wahrnehmen wollen und bei der Anreise aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität z.B. ein Taxi in Anspruch nehmen müssen, dieses selbst zahlen müssen?

Anmerkung: Bis letzte Woche Freitag war das Thema noch in der Verhandlung. Mit der Bestätigung des Landkreistages zur Fahrkostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen hat sich diese Frage jetzt gelöst.

Die Fragen der Erreichbarkeit des Impfzentrums in Hohentengen mit dem ÖPNV konnte Frau Bogner-Unden an Herrn Kern vom Landratsamt Sigmaringen adressieren. Nach Telefonaten mit Engagierten aus der Altenhilfe haben wir die Anregung an Herrn Kern weitergeleitet, dass auf der Homepage des Kreisimpfzentrums Hohentengen (landkreis-sigmaringen.de) konkret die An- und Abfahrzeiten mit dem Bus Mengen – Haltestelle L283 – Bad Saulgau veröffentlichen werden.

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