Landwirtschaft, zwischen Artenvielfalt, Tierwohl und Preisdruck

/ Januar 25, 2021

Am vergangenen Freitag diskutierte ich gemeinsam mit meinem Abgeordnetenkollegen Martin Hahn MdL über die Zukunft unserer Landwirtschaft. Zahlreiche Bäuerinnen und Bauern nahmen interessiert an der Veranstaltung teil.

Die Schwäbische Zeitung berichtet heute darüber. Den Artikel können Sie hier abrufen: Warum sich Grünen-Abgeordneter Martin Hahn gegen den 1000-Kühe Stall ausspricht (schwaebische.de)

Andrea Bogner-Unden

Mehr als 50 Interessierte Teilnehmer*innen diskutieren am Freitag mit mir und Martin Hahn über die Zukunft der Landwirtschaft. Danke für Ihr Interesse.

Bericht zur Online-Veranstaltung von B90/Die Grünen, Kreisverband Sigmaringen

am 22.01.2021, 19:30 h

„Zukunft der Landwirtschaft – zwischen Artenvielfalt, Tierwohl und Preisdruck“

„Enkeltaugliche Zukunft auch in der Landwirtschaft“

Online-Diskussion mit den Landtagsabgeordneten Martin Hahn und Andrea Bogner-Unden

Mit „grünen Ideen, schwarze Zahlen schreiben“ – so fasste der Kreisvorsitzende der Grünen, Klaus Harter, am Ende der Veranstaltung die Ziele grüner Politik auch für die Landwirtschaft zusammen. Er betonte, dass man auch für diesen Bereich eine „Enkeltauglichkeit“ anstreben müsse und versprach den anwesenden Bauern, dass man an dem gemeinsam begonnenen Dialog festhalten werde. Rund 50 Teilnehmer interessierten sich für die Aussagen der grünen Abgeordneten zur Zukunft der Landwirtschaft und brachten sich rege mit Fragen in die Diskussion ein.

Andrea Bogner-Unden, die Abgeordnete für den Wahlkreis Sigmaringen und Kandidatin der Kreisgrünen für die Landtagswahl am 14. März, wies darauf hin, dass sich der Erhalt der Artenvielfalt, gesunde regionale Ernährung, sauberes Trinkwasser, der Klimaschutz oder das Tierwohl, nur gemeinsam mit den Landwirten umsetzen umsetze lasse. Sie habe deshalb auch im vergangenen Jahr den Fokus auf die Regionale Vermarktung gelegt und hoffe, mit ihrer Unterstützung das Bewusstsein der Verbraucher zu schärfen.

Darauf ziele auch der von Ministerpräsident Kretschmann anregte „Gesellschaftsvertrag“, so Bogner-Unden. Dazu gefragt, erläuterte Martin Hahn, agrarpolitischer Sprecher seiner Fraktion und Vorsitzender im Ausschuss Ländlicher Raum und Verbraucherschutz im Landtag, worum es dabei geht. Aufgrund der guten Erfahrungen im Dialog mit der Automobilbranche wolle man mit dem Gesellschaftsvertrag den Austausch zwischen Landwirten, der Lebensmittelbranche und mit den Verbrauchern anstoßen und Orientierung für das tägliche Handeln in die Breite geben. Auch verspreche man sich für die Bereiche Bildung und Weiterbildung wichtige Impulse für die Stärkung einer regionalen, stabilen sowie ökologischeren Landwirtschaft. Klaus Harter regte in diesem Zusammenhang an, bei diesem Austausch auch die Verbindlichkeit für alle Akteure in den Blick zu nehmen und erklärte: „Am Ende müssen ja die Bauern auch von ihren Produkten leben können!“

Der Agrar-Experte der Grünen betonte deshalb auch, wie wichtig parallel dazu die notwendigen Entscheidungen der Bundesregierung, bzw. der Europäischen Union sind und lobte den von der europäischen Kommission vorgestellten „Green-Deal“ sowie die Strategie „Farm to Fork“ (engl. „vom Hof bis auf den Teller“). Es liege nun an den europäischen Entscheidungsträgern sowie an denjenigen im Bund, ob und wie sie die Vorschläge dann umsetzen. Johannes Kretschmann, grüner Fraktionsvorsitzender im Sigmaringer Kreistag und Kandidat der Grünen im Kreis für die Bundestagswahl im Oktober, wünschte sich deshalb zur Abschaffung der Fehlanreize in der Agrarpolitik viel Rückenwind für die Grünen bei den beiden kommenden Wahlen.

Zu dem geplanten 1.000-Kühe-Stall in Ostrach bemerkte Martin Hahn, dass man solche Größenordnungen nicht brauche, auch wenn er überbetriebliche Kooperationen zwischen den Landwirten sehr befürworte. Zukunftsweisend sei, bei der Fütterung der Kühe vor allem auf Futter von Grünland, also Wiesen, zu setzen.

Hahn zeigte sich am Schluss zuversichtlich, dass es mit den grünen Konzepten für eine Ökologisierung der Landwirtschaft, für mehr Regionalität und Produktkennzeichnung sowie der Unterstützung der Landwirte in den Bereichen Digitalisierung und Diversifizierung am Ende zu stabilen Betrieben im Ländlichen Raum kommen werde. „Deshalb“, so ergänzte Bogner-Unden, „muss es Veränderung geben und wir müssen uns bewegen, damit wir die Zukunft der Landwirtschaft gestalten können!“

25.01.2021 – S. Petermann-Mayer, KV Sigmaringen

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