Andrea Bogner-Unden hört zu…Rettungsdienst

/ Februar 25, 2021

In ihrer Reihe „Andrea Bogner-Unden hört zu…“ sprach die Grüne Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden in dieser Woche in einem Videomeeting mit Angehörigen der Rettungsdienstorganisationen des Landkreises Sigmaringen. Für eine gute Gesundheitsversorgung und ländlichen Raum ist eine gute Primärversorgung von großer Bedeutung. Einen wichtigen Beitrag leisten dafür auch die Rettungsdienste, die in einem Flächenlandkreis wie Sigmaringen häufig vor großen Herausforderungen stehen. Im Austausch mit den knapp 20 Rettungsdienstlern aus den Organisationen des Landkreises kamen viele Themen zur Sprache. Final zeigten sich die Rettungsdienstler dankbar, dass die Abgeordnete sich die Zeit für sie genommen hatte.

Dies hat eine besondere Bedeutung vor dem Hintergrund, dass es für diese Berufsgruppe im Landkreis Sigmaringen nur eine sehr eingeschränkte Lobby gibt. Bogner-Unden forderte die Mitarbeiter im Rettungsdienst schließlich auf, sich auf den politischen Ebenen Gehör zu verschaffen: „Nur so können wir Politiker*innen von den Problemen vor Ort erfahren und handeln“, betonte die Abgeordnete.

Trotz der genannten Verbesserungspotenziale laufe der Rettungsdienst im Landkreis Sigmaringen insgesamt sehr gut, so Martin Rieder, der stellvertretender Betriebsrat beim DRK Kreisverband Sigmaringen ist. Eingangs stellte die Abgeordnete den Rettungssanitäter*innen und Notfallsanitäter*innen Fragen zu den allgemeinen Arbeitsbedingungen im Rahmen der Pandemie. Von großer Bedeutung ist im Rahmen der Coronabekämpfung als Mindestschutz das Tragen von FFP2 Masken sowie ergänzend Schutzanzüge. Mit dem jetzt verfügbaren Impfstoff gäbe es eine große Bereitschaft sich impfen zu lassen und damit wieder deutlich sicherer im Rettungsdienst zu arbeiten, so Rieder.

Fehlende gesetzliche Regelungen bei den Themen Weiterbildung und Amtshaftung bewegten die Verantwortlichen. Gemeinsames Üben ist im Rettungsdienst das A und O. Zwar sind verpflichtende Fortbildungsstunden im Rettungsdienst gesetzlich geregelt, jedoch fehlen konkrete Inhalte und Vorgaben, erklärte Martin Rieder. Hier sieht Bogner-Unden als Sprecherin für Weiterbildung die Notwendigkeit einer Evaluation und konkretere Richtlinien beziehungsweise Mindestanforderungen. Die Forderung der Notfallsanitäter, gemeinsam mit den Notärzten vorgeschriebene Fortbildungen durchzuführen, unterstützt die Grüne Landtagsabgeordnete. „Im Einsatz müssen alle Handgriffe sitzen, das geht nur durch gemeinsames Üben“, fordert Bogner-Unden. Über die rechtliche Gestaltung der Haftung von im Rettungsdienst eingesetzten Personen herrscht zudem oft Unklarheit. So auch im Landkreis Sigmaringen. Hintergrund ist, dass sich dieser Bereich der Gefahrenabwehr rechtlich grundsätzlich von den sonstigen ärztlichen Tätigkeiten unterscheidet. Folge ist für die Mitarbeiter im Rettungsdienst, dass diese sich der Gefahr ausgesetzt sehen, zivilrechtlich verklagt zu werden.

Die steigenden Einsatzzahlen sorgen die Rettungsdienstler. Sie berichten, häufig würden Hilfesuchende den Notruf wählen, obwohl diese kaum wirkliche Notfälle seien, sondern gut vom kassenärztlichen Notdienst, also einem diensthabenden Arzt zuhause, versorgt werden könnten. Vielfach würde der ärztliche Bereitschaftsdienst nicht mehr zu den Patienten nach Hause fahren. Folglich werden also diese hilflosen Patienten durch den Rettungsdienst versorgt und in die Notaufnahmen gebracht, obwohl diese dafür nicht zuständig ist. Im Modell der Gemeindenotfallsanitäter*innen sehen die Rettungsdienstler eine mögliche Entlastung im Gesundheitsdienst.

Andrea Bogner-Unden

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