Bürgerbusse sichern Mobilität im ländlichen Raum

Landesförderprogramm für ehrenamtlich organisierte Angebote im ÖPNV startet wieder am 1. August – Anträge bis 30. September möglich

Bürgerschaftlich getragene Mobilitätsangebote sind in Baden-Württemberg zuneh-mend gefragt: In bald 100 Gemeinden im Land stellen Bürgerbusse und Bürgerruf-autos eine sinnvolle Ergänzung für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) dar. Mit passgenauen und vor Ort entwickelten Konzepten, kreativen Ideen und viel Engagement ergänzen sie den Bus- und Bahnverkehr dort, wo es keine ÖPNV- Angebote gibt. Vor fünf Jahren lag die Zahl der bürgerschaftlichen Verkehre ledig-lich bei etwa einem Drittel des heutigen Werts. Baden-Württemberg unterstützt bür-gerschaftlich getragene Mobilität mit verschiedenen Förderangeboten.

Verkehrsminister Winfried Hermann MdL erklärte: „Die Antragszahlen zeigen uns, dass wir die richtigen Förderprogramme aufgelegt haben. Ich freue mich, dass un-ser Angebot von den Kommunen so gut angenommen wird. Der ländliche Raum umfasst knapp 70 Prozent der Landesfläche. Ungefähr 35 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg leben auf dem Land. Die Mobilität der Menschen sicherzu-stellen, ist ein zentrales Handlungsfeld der Landesregierung. Wir müssen gemein-sam ein Verkehrsangebot schaffen, das es auch den Menschen fernab der Städte erlaubt, mobil – auch klimaschonend mobil – zu sein. Nur so können wir den ländli-chen Raum zukunftsfähig zu machen.“

Das Förderprogramm startet wieder am 1. August

Das Förderprogramm „Verwaltungskostenpauschale zur Unterstützung von ehren-amtlich getragenen Verkehren im ÖPNV“ verzeichnete trotz seiner kurzfristigen Be-kanntgabe zum Jahresende 2018 mit 45 Anträgen gute Abrufzahlen. Das Ministe-rium geht davon aus, dass die Zahl der Anträge in diesem Jahr weiter ansteigt, da es 2019 einen deutlichen Zeitvorlauf und mehr Informationen von Seiten des Minis-teriums gibt.
Das Programm unterstützt den Alltagsbetrieb, zum Beispiel die Kosten für die Or-ganisation der bürgerschaftlich getragenen Mobilitätsangebote vor Ort. Die Antrag-stellung und Abrechnung der Landesförderung wurde vereinfacht, was es ermög-licht, die Fördermittel flexibler einzusetzen. Zudem wurde die Förderung ausgewei-tet und gilt nun auch für Bürgerrufautos und damit für alle der Allgemeinheit zu-gänglichen bürgerschaftlichen Angebote im Personennahverkehr.


Eine Förderung ist bis höchstens 1.500 Euro pro Kalenderjahr pro antragstellender Organisation möglich – das heißt, die Pauschale kann von den Trägern der Ver-kehre jedes Jahr in Anspruch genommen werden, was für Planungssicherheit sorgt. Wie die verfügbaren Mittel verteilt werden, das entscheidet das Land nach Ende der Antragsfrist. Anträge für das Kalenderjahr 2019 können ab 1. August ein-gereicht werden. Die Antragsfrist endet am 30. September 2019. Neben den Auf-wendungen für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, Verwaltungsausgaben, Sach-kosten und Gebühren können mit der jährlichen Pauschale auch die Aufwendun-gen für die Schulung der ehrenamtlich tätigen Personen gefördert werden. Nicht förderfähig sind Betriebskosten, wie zum Beispiel Kraftstoffkosten, Wartung, Repa-ratur und Versicherung der Fahrzeuge.

Landeszuschuss zur Anschaffung von Bürgerbusfahrzeugen
Bürgerbusvereine und Betreiber ehrenamtlich getragener Verkehrsangebote haben darüber hinaus schon seit einigen Jahren die Möglichkeit, einen Landeszuschuss zur Anschaffung eines Bürgerbusfahrzeugs zu beantragen. Die Förderung kann in Abhängigkeit des Fahrzeugtyps bis zu 35.000 Euro betragen. Über das „Kompe-tenzzentrum Neue ÖPNV-Angebotsformen“ der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) und das Programm „Gut beraten!“ sind Informationsmateria-lien und Hilfe bei der Konzeptentwicklung erhältlich.

Weitere Informationen sowie das Antragsformular zum Förderprogramm „Verwal-tungskostenpauschale“ finden Sie auf der Internetseite des Verkehrsministeri-ums (https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/service/foerderprogramme) und der Nahverkehrsgesellschaft BW (https://www.buergerbus-bw.de/beratung-und-foerde-rung/). Die Antragstellung ist auch in elektronischer Form möglich über buerger-bus@nvbw.de.


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