„Aquakultur am Bodensee“

03.04.2018: (PM) Für die Fraktion GRÜNE im Landtag erklären Reinhold Pix, Sprecher für Fischerei, und Bernd Muschel, umweltpolitischer Sprecher:

„Mit uns wird es am Bodensee keine offenen Netzgehege geben, bei denen Futtermittel und Kot unkontrolliert in den See eingetragen werden. Nach wie vor ist völlig ungeklärt, welche Auswirkungen dies auf die Gewässerökologie, das Trinkwasser und den Tourismus haben kann. Der größte Trinkwasserspeicher Europas eignet sich definitiv nicht für Experimente mit ungewissem Ausgang.

Auch rechtlich ist die Angelegenheit eindeutig. Die Bodensee-Richtlinie der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) schließt Netzgehege im See explizit aus. Deshalb ergibt sich aus dem Wasserhaushaltsgesetz ein ,zwingender Versagungsgrund‘ für die Genehmigung von Netzgehegen. Für die Behörden im Land und auch das Landratsamt Konstanz gibt es hier keinen Ermessensspielraum für Abwägungen.

Eine künstliche Anhebung des Phosphatgehalts des Bodensees ist daher weder aus rechtlichen Gründen möglich, noch aus ökologischer Sicht akzeptabel. Die Einkommenssituation der Bodensee-Fischer wollen wir durch die Förderung einer besseren Direktvermarktung, die Verbindung mit touristischen Angeboten und dem Einstieg in die Verarbeitung verbessern. Mit einer geschützten Ursprungsbezeichnung  ,Bodensee-Wildfisch‘ könnten die Fischer mit Regionalität und Qualität punkten. Gleichzeitig sehen wir in sogenannten ,Geschlossenen Kreislaufanlagen mit integrierter Klärtechnik‘ eine Chance, mittelfristig eine nachhaltige heimische Fischproduktion zu etablieren und Deutschlands massive Abhängigkeit von Fischimporten zu reduzieren sowie hohe Produktions- und Umweltstandards umzusetzen.“

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