Wertvolle Gespräche mit Diana Schondelmaier, Pflegedienstleiterin, Berthold Denzel, Landesbeauftragter, Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. und Franz Vees, Einrichtungsleiter Procurand Sigmaringen

MdL Bogner-Unden besucht Seniorenwohnanlage Fideliswiesen in Sigmaringen

09.10.2018 (is) – Beim Besuch in der Seniorenwohnanlage Fideliswiesen in Sigmaringen erfuhr die grüne Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden vergangene Woche aus erster Hand mehr über die Herausforderungen der Pflege. Im Gespräch mit Diana Schondelmaier (Pflegedienstleiterin ambulanter Dienst Procurand, Sigmaringen), Franz Vees (Einrichtungsleiter Procurand, Sigmaringen) und Berthold Denzel (Landesbeauftragter, Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.) bekam die Abgeordnete einen Einblick in das aus ihrer Sicht „Thema der Zukunft“, die Pflege.
Einrichtungsleiter Vees kam gleich zu Beginn auf die Auswirkungen der Landesheimbauverordnung und auf das Angebot an Pflegeheimplätzen zu sprechen. Wie in fast allen Regionen Baden-Württembergs sind auch in Sigmaringen Plätze in stationären Einrichtungen rar und die Einrichtungen müssen täglich Anfragen ablehnen und Angehörige vertrösten. Die Landesheimbauverordnung dürfte diese Situation nochmals deutlich verschärfen. Diese schreibt vor, dass ab 2019 für jede(n) Bewohner(in) ein Einzelzimmer zur Verfügung stehen muss. „Mit dem Ende der Übergangsfrist für Bestandsbauten zum 31.8.2019 stehen auch die Pflegeeinrichtungen im Landkreis Sigmaringen vor großen Herausforderungen“, ist die Abgeordnete überzeugt. Die Abgeordnete würde es schon aus sozialen Gründen befürworten, wenn Menschen gemeinsam in Doppelzimmern einer Pflegeeinrichtung untergebracht sind: „Wir sollten den betroffenen Menschen das letzte Wort überlassen: Wer nicht allein sein will, sollte auch nicht allein sein müssen“.

Franz Vees machte während des Gesprächs deutlich, dass es ihm wichtig sei, Berufe in der Pflege als gesellschaftliche Leistung anzuerkennen. „Wir müssen endlich positiv über Pflege reden“, betont der Einrichtungsleiter der Seniorenwohnanlage. Die grüne Abgeordnete hofft hier auf möglichst viele „Menschen mit einem großen Herz“, die dort eingesetzt werden können, wo sie gebraucht werden. Bogner-Unden setzt dabei auch auf Unterscheidung zwischen Fachkräften und Hilfskräften, die eventuell durch eine Fortbildung langfristig in der Pflege arbeiten können.

In der ambulanten Pflege haben die Pflegedienste häufig mit viel Bürokratie, langen Genehmigungsverfahren und mit einer unvollkommene Finanzierung durch die Krankenkassen zu kämpfen. Pflegedienstleiterin des ambulanten Dienstes Diana Schondelmaier fand aber lobende Worte für Sozialminister Manfred Lucha: „Ich nehme Herrn Lucha als absoluten Fürsprecher für die ambulante Pflege war. Es gibt einen „Runden Tisch Häusliche Krankenpflege“ und es sind Modellprojekte zum Genehmigungsverfahren geplant. Das freut mich und da setzten wir große Hoffnungen in die Landesregierung.“

Ein großes Thema war auch der allgegenwärtige Mangel an Pflegefachkräften: „Wir würden gerne noch mehr Fachkräfte aus dem Ausland einstellen“, so der Landesbeauftragte Denzel. „Jedoch ist der Prozess zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse durch das Regierungspräsidium mit manchmal 6-9 Monaten viel zu lang. Wir brauchen eine Willkommenskultur und müssen dankbar für die Menschen sein, die zu uns kommen und uns helfen möchten.“
Abschließend zeigte sich Bogner-Unden beeindruckt von Angebot der ProCurand in Sigmaringen: „Ich freue mich sehr, dass es hier in meinem Wahlkreis eine Einrichtung gibt, die ambulante und stationäre Pflege so überzeugend gemeinsam unter einem Dach anbietet. Ich bin den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterin dankbar, dass sie ihre Aufgaben so motiviert und voller Überzeugung wahrnehmen. Für meine Arbeit habe ich viele Anregungen erhalten, die ich in Stuttgart einbringen werde.“

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