Eine sehr lebendige Debatte fand im Gasthaus Adler in Mengen-Ennetach zum Thema Wolf statt.

Diskussion zum Wolf in Ennetach

29.01.2019 (abu/is) – Eine sehr lebendige Debatte fand gestern im Gasthaus Adler in Mengen-Ennetach. Das Katholische Landvolk hatte auch mich als Landtagsabgeordnete im Wahlkreis Sigmaringen zur Diskussion über den Wolf unter der Überschrift „Wölfe – schützen oder schießen“ eingeladen. Als Podiumsgast stand ich an diesem Abend Rede und Antwort, neben Sabine Häring NABU Wolfsbotschafterin, Hans-Jürgen Klaiber Kreisjägermeister, Armin Hafner Fachberater Wolf, Klaus Burger MdL und Karl Ederle Landwirt mit Weidetierhaltung.

Provokante Eingangsfragen wie: „Eine Landschaft mit Zäunen? Wer will das? Willkommen Wolf – auf dem Rücken der Landwirte? Der Wolf – ein angsteinflößendes Fabelwesen? Ist der Wolf wirklich vom Aussterben bedroht? Sind wir beim Wolf an den Grenzen des Artenschutzes angelangt? Der Wolf im Schafspelz – ein verniedlichtes Raubtier? Ist die Weidetierhaltung in Gefahr? Kann es eine Symbiose: Wolf und Mensch geben? Wolf und Weidetierhaltung – vorwärts in die Vergangenheit? Der Wolf – Kuscheltier mit Gruseleffekt?“ eröffneten eine sehr kontroverse Diskussionsrunde.

Für mich war es wichtig, deutlich zu machen, dass es nicht um „Schützen oder Schießen“ geht, sondern um „Schützen und Schießen“. Denn der Wolf ist ein seltenes geschütztes Tier, das strengsten Schutz der Berner Konvention und der EU – FFH Richtlinie (Anhang IV) und dem Bundesnaturschutzgesetz genießt. Dabei ist der Wolf auch ein Geschöpf Gottes, der seinen im Platz im Gleichgewicht der Natur sucht und einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen kann. Der Wolf kann das Gleichgewicht zwischen Tier und Pflanzenarten erhalten, denn im Beutespektrum und auf dem Speiseplan eines Wolfes stehen Rehe, Hirsche, Wildschweine und auch Hase. Dabei reißt der Wolf bevorzugt schwache, kranke, junge und alte Tiere. Bei diesen Tieren liegt der Bestand in vielen Regionen Deutschlands auf einem historischen Höchststand. Bei gesunden Tieren sorgt der Wolf für mehr Bewegung und weniger Konzentration auf einen Standort, das ist wichtig für die Naturverjüngung. Und bei den Wildschweinen könnte der Wolf auch zur Prophylaxe der afrikanischen Schweinepest beitragen.

Parallel zum Schutz des Wolfes müssen natürlich unsere Schäferinnen und Schäfer und unsere Weidetierhaltung geschützt und unterstützt werden. Sie pflegen unsere Kulturlandschaften, tun sehr viel für die Biodiversität und halten die Landschaft offen. Deshalb begrüße ich die Entscheidung auf Europaebene und auf Landesebene, dass Maßnahmen zur Sicherung der Tiere, wie die der Bau von Zäunen zu 100 % gefördert werden und auch das Halten von Herdenschutzhunden mit 1950 Euro im Jahr gefördert werden und eventuelle Schäden durch den Wolf müssen zeitnah ersetzt werden.

Mir ist in der aktuellen und notwendigen Debatte wichtig, dass gemeinsam mit allen Beteiligten sehr intensiv, offen und konstruktiv diskutiert wird. Denn noch immer gibt es offene Fragen, die zu Unsicherheiten führen. Dazu gehören die Fragen: Wie gehen wir mit dem zusätzlichen Aufwand beim Zaunbau und der Zaunpflege um? Wie verhält es sich mit Wolfsversicherungen? Wie gehen wir mit Problemwölfen um? Und kann und soll es eine Bestandsregulierung (z.B. nach dem Vorbild von Frankreich) geben? Wie kann eine gute Lösung für die freie Weidehaltung mit großen Herden aussehen?

All dies geht nur gemeinsam, das muss uns klar sein. Der Diskussionsabend gestern in Mengen-Ennetach hat dazu seinen Betrag geleistet. Herzlichen Dank an die Organisatoren!

Andrea Bogner-Unden MdL

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