Europatag 2020

Fast genau vor einem Jahr war ich Zugast bei einer Veranstaltung zum Europatag in Bad Saulgau. Es waren kaum mehr drei Wochen bis zur Europawahl und engagierte Bürger*innen hatten die Initiative ergriffen, ihre Stimme zu erheben für Demokratie,  Menschenrechte und ein geeintes Europa. Ein paar Wochen zuvor durfte ich anlässlich des EU-Schulprojekttages mit Zehntklässler*innen des Gymnasiums Pfullendorf über die Europäische Union und die Wichtigkeit Europas diskutieren. Das Thema „Europa“ war präsent – Europa als große Gemeinschaft.

Am heutigen Europatag, ein Jahr später, sind wir in einer Krisenzeit. Viele Landesgrenzen in Europa wurden dicht gemacht. Jedes Land versucht mit der Herausforderung „Corona“ alleine umzugehen. Damit die europäische Gemeinschaft weiterhin zusammenhält, braucht jede Nation davon einen Nutzen und Vertrauen in die Solidarität der Gemeinschaft. Die Geschichte hat uns gezeigt, dass wir in vielen Bereichen besser zusammen sind, also einen Nutzen haben. Wirtschaftlich, politisch und sozial. Unsere Schicksalsgemeinschaft sollte natürlich auch in Krisenzeiten wie dieser wirksam sein. Deshalb hat mich nicht nur das Schließen der Grenzen irritiert, sondern auch dass es immer noch keine Entscheidung für eine solidarische Finanzierung eines Wiederaufbaufonds gibt. Diese Krise gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Europa. Gerade Italien und Spanien sind die Mitgliedsländer mit dem geringsten Vertrauen in die europäische Union, deshalb müssen wir diesen stark betroffenen Ländern unter die Arme greifen. Nicht auszudenken, wenn hier die antieuropäischen Strömungen politisch die Oberhand gewinnen. Hier muss europäische Solidarität spürbar und erlebbar werden. Alle Probleme, auch die Folgen der Corona-Pandemie, können wir besser zusammen bewältigen. Solidarisch und europäisch.

Darum lasst uns heute ganz bewusst an Europa denken. Lasst uns hoffnungsvoll über Europa sprechen und über die Chance die wir haben, wenn wir zusammenarbeiten. Lasst uns Briefe schreiben an unsere europäischen Partnerstädte, um auch in Krisenzeiten in Verbindung zu bleiben. Und lasst uns dafür Sorgen, dass keine Krise – auch nicht die Corona-Krise – unsere europäische Einheit zerrütten kann.

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